Kaminofen kaufen – was ist zu beachten (Teil 1)

Dieser Artikel soll Ihnen helfen, sich einen Überblick über die wichtigen Aspekte eines Kaminofenkaufs zu machen.

Wer den Kauf eines Kaminofens oder Kamineinsatzes abwägt, dem sollte klar sein, dass es sich um keine Alltagentscheidung handelt. Der Kaminofen ist eine langfristige Investition, die sich bei richtiger Ofenwahl mehrmals zurückzahlt.

Bevor Sie sich für eine bestimmte Feuerungsart entscheiden, sollten Sie sich darüber klar machen, welche Ofenart für Sie am geeignet ist.

  • Soll die Feuerstätte lediglich als Designelement in Ihrem Wohnzimmer dienen?  Möchten Sie damit die Zentralheizung ergänzen und die Übergangszeiten mit einer Holzheizung überbrücken?
  • Wie groß ist der Raum, den Sie mit dem Ofen beheizen möchten? Möchten Sie nur einen Raum heizen oder mehrere Räume?
  • Soll der Ofen an die bestehende Zentralheizung (Radiatoren / Fußbodenheizung) angeschlossen werden oder möchten Sie einen Warmluftverteilungssystem im Haus erstellen?

Die Antworten auf diese Fragen sind für die Wahl der Ofenart maßgebend, jedes von diesen Konzepten erfordert anderes Herangehen.

Wenn Sie sich mit den oben angeführten Überlegungen befassen haben, dann ist die richtige Zeit, mit Ihrem Vorhaben zum ersten Mal den Schornsteinfeger zu konsultieren.  Ihr Schornsteinfegermeister ist für die Abnahme der Feuerstätte zuständig und kann Ihnen viele gute Ratschläge geben.

Schornstein

Ihr Schornsteinfeger prüft den Zustand Ihres Schornsteins. Bei alten, gemauerten Schornsteinen können sich aus dieser Beaufsichtigung eventuell notwendige Sanierungsmaßnahmen ergeben, die vor dem Anschluss der Feuerstätte durchgeführt werden müssen.

Der Schornsteinfeger sagt Ihnen auch, ob Ihr Schornstein für die geplante Heizanlage geeignet ist. Moderne Heizkessel, aber auch Kaminöfen und Kamineinsätze haben oft einen hohen Wirkungsgrad und dementsprechend niedrige Rauchgastemperatur. Für diese Anlagen sind alte gemauerte Schornsteine nicht geeignet, da die Rauchgase am Schornsteinkopf oft den Taupunkt erreichen und es bildet sich Kondenzwasser und aggressive Säuren, was zur Schornsteinversottung führen kann.

Für diese Fälle sind feuchteunempfindliche Fertigteilschornsteine oder Edelstahlschornsteine ideal. Bestehende gemauerte Schornsteine können meistens mit einem Edelstahlrohr oder keramischem Rohr ausgestattet werden, ohne dass der Schornstein abgerißen werden muss.

Der Schornsteinanschluss soll mit einem doppelwandigem Wandfutter (Doppelwandmuffe) durchgeführt werden.

Nennwärmeleistung

Ein wichtiger Aspekt bei der Kaminofenwahl ist die notwendige Nennwärmeleistung des Kaminofens. Diese wird vom Schornsteinfeger anhand mehrer Faktore ausgerechnet und bestimmt. Nennwärmeleistung hängt mit dem Raumheizvermögen des Holzofens zusammen.

Die richtige Dimensionierung des Ofens ist sehr wichtig. Ein Kaminofen mit zu hoher Wärmeleistung führt dazu, dass Sie den Ofen ständig drosseln müssen. Dabei werden die Abbrandbedingungen im Brennraum geändert, das Holz verbrennt beim Sauerstoffmangel nicht vollständig, es entstehen schädliche Emissionen und bilden sich erhöhte Rußablagerungen am Kaminofen und Rauchgasweg.

Wenn der Kaminofen eine zu niedrige Nennwärmeleistung hat, dann kann er den Wohnraum nicht richtig erwärmen. Man überlastet den Ofen anschließend, um die gewünschte Wärmeleistung zu sichern, und das kann den Holzofen nach einiger Zeit beschädigen. Achtung – die Beschädigung auf Grund der Überlastung des Ofens kann meistens nachvollgezogen werden und sollche Schäden sind aus der Garantie der Kaminofenhersteller ausgeschlossen.

Als grobe Faustregel gilt:
Pro kW Nennwärmeleistung können Sie ca. 15 – 20 m3 Wohnraum beheizen.

Diese Regel sollten Sie als groben Anhaltpunkt verstehen. Bei der Bestimmung der entsprechenden Nennwärmeleistung muss die Gebäudeart und Wärmedämmung, die Größe des Aufstellungsraumes und die zu beheizende Wohnfläche berücksichtigt werden.

Ein Artikel über die Ermittlung des Wärmebedarfs des Gebäudes wurde auf dem HoHeKa.eu Blog veröffentlicht.

Frischluftzufuhr

Für die Holzverbrennung wird Sauerstoff benötigt. Die Feuerstätte verbraucht während des Betriebs Luft und zwar in Mengen, die vor allem bei modernen, gut gedämmten Häusern durch zusätzliche Maßnahmen gesichert werden müssen.

Moderne Kaminöfen sowie andere Einzelraumfeuerungen sind mit einem Stutzen für den Anschluss einer externer Verbrennungsluftzufuhr ausgestattet. Externe Frischluftzufuhr bedeutet, dass die Verbrennungsluft für den Holzofen aus dem Aussenbereich zugeleitet wird.

Eine Möglichkeit ist, die externe Frischluftzufuhr vom Keller oder anderem Raum zuleiten. In diesem Fall muss aber dafür gesorgt werden, dass in den luftspendenden Raum irgenwo auch Zuluftöffnung erstellt wird, um den Luftausgleich zu sichern. Diese Variante der externen Verbrennungsluftzufuhr hat den Nachteil, dass die thermische Hülle des Hauses durchgebrochen wird.

Eine viel bessere Lösung ist die Anbindung des Ofens an so genannten Luft-Abgas-Schornstein (LAS). Luft-Abgas-Schornstein ist eine spezielle Art des Schornsteines, die ausser dem Rauchgaszug einen separaten Zug für die Verbrennungsluftzufuhr hat. Der Kaminofen wird somit mit Verbrennungsluft versorgt, ohne dass die Wärmedämmung des Hauses damit beeinflussen wird. Ausserdem sind einige LAS Systeme so gebaut, dass die Verbrennungsluft im Schornstein vorgewärmt wird, was eine bessere Holzverbrennung bewirkt.

Kaminofen und kontrollierte Wohnraumlüftung / Dunstabzugshaube

Ein spezieller Fall stellt die Installation des Kaminofens in eine Räumlichkeit, wo sich eine Dunstabzugshaube (Küche und Wohnzimmer verbunden), kontrollierte Wohnraumlüftung oder andere Anlagen befinden, die im Wohnraum Unterdruck erzeugen. In diesen Fällen ist die Montage des Kamins oder Ofens meistens auch möglich, man muss aber eine als „raumluftunabhängig“ zertifizierte Feuerungsanlage anwenden und die Anweisungen des Schornsteinfegers beachten.

Heizanlagen, die als raumluftunabhängig zertifiziert sind, verfügen über eine spezielle Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik. So zugelassene Heizanlage ist so dicht gebaut, dass auch beim Unterdruck im Raum zu keiner Freilassung der Rauchgase in den Wohnraum kommt. Ausserdem muss sich die Brennraumtür sollcher Feuerstätte auch nach langfristiger Verwendung selbstständig dicht schließen und verriegeln.

Wesentlich ist, dass die Zulassung nicht nur für die Feuerungsanlage erteilt wird, sondern auch für das gesamte Rauchrohr (Verbindungssstück zwichen Kaminofen und Schornstein) sowie für die Verbrennungsluftleitung zum Kaminofen. Diese Gesamtheit muss den Anforderungen auf die Dichtigkeit entsprechen und nur bei der Verwendung der zugelassenen Teile und entsprechender Installation kann die Heizanlage vom Schornsteinfeger abgenommen werden.

In diesen Fällen ist also eine gründliche vorherige Konsultation mit Schornsteinfeger notwendig.

Bauart

Bei den Feuerstätten unterscheidet man zwischen Bauart 1 und Bauart 2.

Die Bauart 1 setzt selbstschließende Feuerraumtür oder eine Füllöffnung mit einem lichten Querschnitt kleinerem als 0,05 m2 voraus. Die Kamintür muss mit der Ausnahme der Zeit zum Nachlegen immer geschlossen sein und muss durch eine Federscharniere beim Loslassen selbstständig schließen. Dadurch ist das Sicherheitsrisiko der falschen Bedienung durch den Betreiber ausgeschlossen.

Mehrfachbelegung des Schornsteines

Es ist grundsätzlich immer besser, wenn der Kaminofen oder Kamin auf einen separaten Schornstein angeschlossen wird. Manchmal ist das aber nicht möglich und dann ist eine Mehrfachbelegung des Schornsteines unvermeidbar. Eine Mehrfachbelegung tritt ein, wenn auf dem gleichen Schornsteinzug mehrere Feuerungsanlagen angeschlossen sind.

Auf einen mehrfach belegten Schornstein dürfen grundsätzlich nur Feuerungsanlagen der Bauart 1 (selbstschließende Kamintür) angeschlossen werden. Auch hier gelten bestimmte Regel, wie z. B. der Abstand zwischen den einzelnen Rauchrohranschlüssen, die  einzuhalten und mit dem Schornsteinfeger zu konsultieren sind.

Zugelassener Brennstoff

Die gewünschte Brennstoffart grenzt die Auswahl der möglichen Kaminofenmodelle ab. Die meisten Kaminöfen sind für das Verbrennen von Holz oder Holzbriketts bestimmt. Sollte man noch mit Kohlebriketts oder Koks heizen, dann muss man einen dafür zugelassenen Ofen auswählen. Die Auswahl ist hier allerdings sehr begrenzt, da der Einsatz dieser fossillen Brennstoffe nachlässt.

Ausser der reinen Pelletöfen gibt es auch Kombiöfen, die das Verzeizen von Holz oder Pellets ermöglichen.

Fußbodenschutz

Der Kaminofen soll auf einer unbrennbaren Unterlage stehen. Wenn der Fußboden den Feuerschutzanforderungen entspricht (Fliesen), dann sind keine spezielle Maßnahmen notwendig. Oft befindet sich der Aufstellungsort des Kaminofens jedoch auf einem brennbaren  Fußbodenbelag. Für diese Fälle gibt es für Kaminöfen spezielle Funkenschutzplatten aus Glas oder Metall.

Bei einem Kamin ist die Situation mehr kompliziert. Der Kaminbausatz oder die Kaminverkleidung des Heizkamins ist schwer. Hier sollte man zuerst den Fußboden auf die entsprechende Belastbarkeit überprüfen. Bei Neuerstellung der brennbaren Fußbodenbelägen kann der Aufstellungsort für den Kamin ausgespart werden. Eventuell ist die Erstellung einer Betonplatte für die Gewichtsverteilung notwendig. Der gesamte Innenbereich der Kaminverkleidung muss auch ausreichend Wärmeisoliert werden. Dafür dienen spezielle Calziumsilikatplatten (zB Silca, Promasil,…).

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5 Antworten zu Kaminofen kaufen – was ist zu beachten (Teil 1)

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  2. Mark R. sagt:

    Endlich finde ich einen genug informativen Artikel zum Thema. Vielen Dank für die Erklärungen, Sie helfen mir sehr.

  3. Tomas Pulpan sagt:

    Bitte gerne! Es freut uns natürlich, wenn wir positives Feedback von Lesern hören.

  4. Manfred sagt:

    Endlich mal eine gute und informative Übersicht. Dies hat mir wirklich weitergeholfen. danke.

  5. tamara sagt:

    Super Artikel! Danke

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